Verleihung des IQAM Best Paper Prize
Letzte Woche fand die 53. Jahrestagung der European Finance Association (EFA) in Ghent statt. Bereits zum 16. Mal wurde im Rahmen dieser Tagung der „IQAM Best Paper Prize“ für herausragende wissenschaftliche Arbeiten verliehen. 38 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der renommiertesten Universitäten in Europa, den USA und Asien saßen in der Jury und wählten für den IQAM Best Paper Prize das beste Paper mit dem Titel „Losing is optional: retail option trading and expected announcement volatility“ unter allen im abgelaufenen Jahr in der Zeitschrift „Review of Finance“ veröffentlichten Arbeiten aus.
Die Autoren Tim de Silva, Eric C. So (beide Stanford University) und Kevin Smith (Massachusetts Institute of Technology – MIT) zeigten, dass Retail-Investoren vor Gewinnveröffentlichungen gezielt Optionen kaufen, insbesondere solche, für die eine hohe Volatilität erwartet wird. Dabei zahlen sie zu viel für die erwartete Volatilität relativ zur anschließend realisierten Volatilität – und schließen verlustreiche Positionen nach der Veröffentlichung nicht rasch genug. Obwohl die Event-Volatilität vorbei ist und der Optionswert weiter verfällt, halten Retail-Investoren die Positionen weiter. Die Größenordnungen sind erheblich: Insgesamt schätzen die Autoren die Verluste auf 5 bis 9 % des eingesetzten Optionskapitals, bei Veröffentlichungen mit hoher erwarteter Volatilität sogar auf 10 bis 14 %. Über die gesamte Stichprobe summieren sich die geschätzten Retail-Verluste auf rund 3 Mrd. US-Dollar – wobei Market Maker die Hauptprofiteure sind.
Die Laudatio hielt Marcin Kacperczyk, Professor am Imperial College in London und Managing Editor der Review of Finance. Für IQAM Invest nahm Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Josef Zechner die Preisverleihung in Ghent wahr.
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