Die fehlende Liquidität auf dem Anleihenmarkt und dadurch ausgelöste Wertverluste waren in der Finanzkrise 2008 von großer Bedeutung. Wie aber kann man Liquidität bei großen täglichen Datenmengen aufgrund von Tausenden Trades und Kurs-Aktualisierungen messen? Das Sieger-Paper des Spängler IQAM Best Paper Prize widmete sich genau diesem Thema. Im Rahmen der 45. Jahrestagung der European Finance Association (EFA), welche dieses Jahr in Warschau stattfand, wurde bereits zum achten Mal in Folge der Spängler IQAM Best Paper Prize verliehen.

„Der Preis wurde heuer an die Autoren Kingsley Y. L. Fong von der University of New South Wales in Sydney (New South Wales), Craig W. Holden von der Indiana University in Bloomington (Indiana) und Charles A. Trzcinka, ebenfalls von der Indiana University für ihre Arbeit ‚What Are the Best Liquidity Proxies for Global Research?‘ verliehen“, freut sich Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Josef Zechner, Mitglied der Leitung des Spängler IQAM Research Center und der Wissenschaftlichen Leitung bei Spängler IQAM Invest. Mehr als 800 Teilnehmer nahmen an der Konferenz in diesem Jahr teil, darunter neben renommierten Wissenschaftlern aus aller Welt auch viele Praktiker.

Die Messung von Liquidität ist für Anleger entscheidend. Viele Ergebnisse zeigen, dass das Liquiditätsrisiko ein fundamentaler Ertragstreiber in verschiedenen Assetklassen ist. Liquidität wird auch häufig als Indikator für das Marktsentiment verwendet. Beide Aspekte sind auch für die praktische Umsetzung von Portfoliostrategien bei Spängler IQAM Invest von zentraler Bedeutung. „Die meisten Liquiditätsmessungen basieren auf Intraday-Handels- und Kursdaten. Diese sind rechnerisch sehr intensiv, da Tausende von Trades und Kurs-Aktualisierungen an einem einzigen Tag stattfinden“, so Univ.-Prof. DDr. Thomas Dangl, ebenfalls Mitglied der Leitung des Spängler IQAM Research Center und der Wissenschaftlichen Leitung bei Spängler IQAM Invest. Häufig können daher in der Praxis nicht Intraday-Daten verwendet werden, sondern es muss auf Tages- oder Monatsdaten zurückgegriffen werden.

„Das Sieger-Paper versucht genau dieses Problem zu lösen“, sagt Dangl. Die Autoren zeigen dabei, dass „Liquiditäts-Proxies" auf Tagesdaten basierend verwendet werden können. Diese liegen nahe an „Liquiditäts-Benchmarks", die auf intraday-basierten Daten beruhen. Liquiditäts-Proxies können dabei viele Tausende Rechenoperationen einsparen. Die drei Autoren befassen sich in ihrem Paper mit zwei zentralen Themen: Einerseits wird untersucht wie sich korrelierte Liquiditäts-Proxies mit Liquiditäts-Benchmarks sowohl auf monatlicher als auch auf täglicher Basis verhalten, um zu sehen, welche monatlichen und täglichen Liquiditäts-Proxies die besten Annäherungen darstellen. Andererseits stellen die Autoren einen neuen Liquiditäts-Proxy vor, der noch einfacher zu berechnen ist als die bestehenden, aber genauso gut funktioniert wie die besten bestehenden Maßnahmen.

38 Wissenschaftler der renommiertesten Universitäten in Europa, den USA und Asien saßen in der Jury und haben für den Spängler IQAM Best Paper Prize die beste Arbeit unter allen im abgelaufenen Jahr in der  Zeitschrift der European Finance Association „Review of Finance“ veröffentlichten Arbeiten ausgewählt. Mehr Informationen zum Spängler IQAM Research Center finden Sie unter www.iqam-researchcenter.com.

Im Bild v.l.n.r.: Alex Edmans (London Business School & Managing Editor, Review of Finance), Kingsley Y. L. Fong (University of New South Wales), Craig W. Holden (Indiana University) und Amit Goyal (University of Lausanne & Spängler IQAM Research Center-Advisory Board & Laudator) - Spängler IQAM Invest / Abdruck honorarfrei